Eine für viele: Die Gruppentrance


Datum: 13. September 2020

Uhrzeit: 9:00 - 12:30

Referent: Dorothea Thomaßen

Sonntag

Dr. Dorothea Thomaßen, Fachärztin für Chirurgie und Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

In der ambulanten Psychotherapie wird Hypnose heute überwiegend im Einzelsetting angewendet. Lediglich in Kliniken werden Gruppentrancen eingesetzt und zwar in erster Linie als Entspannungsverfahren. Vergessen scheint, dass einige frühe Pioniere wie der schwedische Arzt Otto Wetterstrand oder der Apotheker Emile Coué hypnotherapeutisch vor allem mit großen Gruppen arbeiteten. Selbst in den 30er und 40er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden in Krankenhäusern noch sogenannte „seelische Gemeinschaftsbehandlungen“ durchgeführt. Vielleicht hat es auch mit unserer deutschen Geschichte zu tun, dass „Massenhypnose“ einen schlechten Ruf genießt.

Während in der Behandlung die Gruppentrance eher zweitrangig ist, stellt sie in Lehrseminaren eine feste Größe dar. Ob als Einstimmung auf ein Thema, als Verschnaufpause nach dem Mittagessen, als Abrundung am Ende eines Seminars: In der Regel lassen sich die Teilnehmer gerne darauf ein. Im Gegensatz zu einer Demonstration, bei der sich Einzelne vor der Gruppe exponieren müssen, ist die gemeinsame Trance ein geschützter Erfahrungsraum für alle. Sie kann ein Convincer sein und zu einer Quelle des Austauschs werden kann; sie ist ein wichtiger Schritt von der Theorie zur Erfahrung. Und irgendwie scheint sie immer zu gelingen.

Im Seminar wird es darum gehen, welche hypnotischen Phänomene durch ein Miteinander gefördert werden und wie man eine Trance für viele aufbauen kann. Selbstverständlich wird es Gruppentrancen geben.