Trance rund um den Mund


Datum: 31. August 2019

Uhrzeit: 9:00 - 12:30

Referent: Dorothea Thomaßen

Samstag

Dr. Dorothea Thomaßen, Fachärztin für Chirurgie, traditionelle chinesische Medizin (Diplom A und B der DÄGfA)

Die Hypnose hat sich in der Psychotherapie gut etabliert, in die somatische Medizin findet sie hingegen vergleichsweise zögerlich Eingang – eine Ausnahme ist die Zahnmedizin. Die DGZH blickt auf eine mehr als zwanzigjährige Tradition zurück. Was sind die besonderen Bedingungen, die Trance im Dentalen vorfindet?

Psychotherapie und Zahnmedizin weisen Berührungspunkte auf, beide sind in besonderer Weise dem Mund verbunden. Und sie arbeiten face to face, von Angesicht zu Angesicht.

Gleichzeitig bilden sie Gegenpole. Psychotherapeuten bedienen sich der sprachlichen Software, Zahnärzte befassen sich mit der oralen Hardware. Helfen Therapeuten  Menschen bei der Verarbeitung erlittener Traumen, greifen Ärzte mit Operationen, also gezielten Traumatisierungen, in die Unversehrtheit eines versehrten Körpers ein. Soll Hypnose in der Therapie der Seele nachhaltige Veränderungen und Integration bewirken, dient sie am Leib besonders als vorübergehende Bewältigungsstrategie, die einen Eingriff durch Dissoziation erträglich machen soll. Ringen Psychotherapeuten um rechtliche Abgrenzungsmöglichkeiten von der sogenannten Laienhypnose, finden sich im Curriculum der Zahnmediziner Turboinduktionen, die von Bühnenhypnotiseuren übernommen wurden. Ist der Mund einmal Werkzeug, ist er im anderen Fall Wirkkreis.

Psychotherapeutische und zahnärztliche Hypnose face to face: Wie verknüpfen sich Kontraste und Anknüpfungspunkte zu einem übergeordneten Netz für psychosomatische Medizin?